Kwa heri!

DSC03589

Nach vier Abschlussfeiern verließen wir vier Freiwilligen vom ASC Göttingen (Paul, Lukas, Valentin und ich) am 6. August Bukoba. 

Zuerst veranstalteten wir ein Turnier zwischen zwei spontan zusammengestellten Teams des BVC (Bukoba Volleyball Club) mit anschließendem Essen (Ziege, Kartoffeln, Pommes und Salat, Soda und Bier). Zu dem Fest kamen auch Spieler, die in letzer Zeit nicht mehr regelmäßig kommen, die aber in unserer Anfangszeit viel dazu beigetragen haben, dass wir uns integrieren konnten.

 

 

 

Am Tumaini Children Center wurden wir nach einem langen Ausflug (von dem ich schon berichtete ( hier )) verabschiedet. Alle Kinder und vieler der Mitarbeiter kamen zusammen in den Essenraum. Wir hielten eine kleine Rede, auch Sister Adventina, unsere Chefin, bedankte sich bei uns. Trotzdem sahen wir die Schüler noch einmal in der Klasse, wo wir gemeinsam einen Kalender gestalteten. Jedes Kind bekam ein A4-Blatt zur Gestaltung. Auf jedem Blatt klebte schon ein Foto von jedem Kind. Anschließend hängten wir die zweiundfünfzig Blätter an die Wand. Jede Woche rückt eine kleine Figur weiter, um anzuzeigen, welches Kind das Blatt dieser Woche gestaltet hat. Einen Tag vor unser Abreise besuchten wir die Jungen und Mädchen zum letzten mal. Es gab ein Fußballspiel zwischen dem Fußballteam der Kinder und den Staff-Leuten. Trotz eingekaufter Spieler bei den Erwachsenen gewann die jüngere Generation. Zum Abschied flossen bei mir die Tränen…

DSC03589

Die Lehrer der Mugeza Mseto haben den Essenraum für uns geschmückt und ein richtiges Programm aufgestellt. Wir durften uns nach vorne an einen mit Tüchern bedeckten Tisch setzen. Neben uns nahmen die Direktoren und unser Lieblingslehrer Platz. Zuerst aßen wir gemeinsam. Die Lehrer drinnen, die Schüler draußen. Nach dem Essen setzen sich auch die Kinder in den Essenraum. Die Feier wurde eröffnet. Eine Tanzgruppe zeigte typische Haya-Tänze (Haya ist der Volksstamm in der Kagera Region, das Gebiet um Bukoba). Zu dem Zeitpunkt lehrten elf Lehramtsstudenten (, die übrigens für diese drei Monate des Praktikums auf dem Gelände der Schule wohnen) an der Mseto. Auch sie führten einen typischen südafrikanischen Gruppentanz auf. Während des Auftritts gesellten sich die stellvertretende Direktorin und ich zu den Referendaren. Das ist ganz beleibt in Tansania: Wenn jemand vortanzt, ob auf Hochzeiten, in Bars, im Garten usw. kommen aus dem Publikum fröhlich Leute dazu, die mittanzen und je nach Person nach zehn Sekunden bis drei Minuten wieder auf ihren Platz zurückkehren.

Paul und ich überreichten der 7. Klasse Fotos von unserem Ausflug in die Stadt, sowie einen Ball. Uns wurde eine Urkunde überreicht, wir bedankten uns für die tolle Gastfreundschaft, wir wurden immer herzlich begrüßt und aufgenommen, nach unseren Familien und dem zu Hause gefragt. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einer coolen Party. Diese begann mit einem Haya-Tanz, den sechs Mädchen vorführten. Vier von ihnen knieen im Kreis, während zwei aufstehen und sehr schnell die Hüften bewegen, miteinander um die Wette tanzen. Irgendwann mischte sich Patron Habibu ein und lenkte die Blicke auf sich. Strammen Schrittes eilte jedoch der Hausmeister herein und übertraf mit seinem Auftritt alle. Alle begannen zu tanzen und aus einer kleinen Tanzvorführung wurde eine stundenlange Party mit allen Lehrern, Mitarbeitern (Matron, Patron, Koch, Security Guard), Schülern, ob Albino, oder im Rollstuhl, Erstklässler oder meine coolen Jungs aus der siebenten Klasse – alle tanzen mit!

 

 

 

Am letzten Werktag mussten wir uns auch bei unserer Mama und allen Mitarbeitern verabschieden. Dort aßen wir jeden Tag in der Mittagspause und fanden in den Kellnern Freunde. Zum Abschied schenkten wir allen eine Schürze aus dem gleichen Stoff.

 

Die letzte größte und am zeitintensivsten vorbereitete Party fand zwei Tage vor der Abfahrt statt. Wir luden Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, Juma, Jamali, Muta und Sportfreunde ein. Im Garten stellten wir Stühle auf, Lichterketten zierten die Zäune und laute Musik beschallte die ganze Nachbarschaft. Nach und nach trudelten die Gäste ein. Es gab ein großes Festessen. Nach diesem hielten wir Freiwilligen eine Rede. Jeder von uns sagte ein paar Worte. Anschließend rannten wir ins Haus, zogen weiße Shirts und bunte Hosen an, legten ein Band um Hüfte bzw. Kopf und kamen hüpfend aus der Garagentür heraus. Die nächsten fünf Minuten tanzten wir einen drei Wochen lang ausgedachten und eingeübten Tanz in tansanischem Stil. Allerdings integrierten wir auch ein Stück Heimat in die Choreographie indem wir eine Runde den Lausitzer Volkstanz Annemarie-Polka tanzten. Unsere Gäste waren begeistert, klatschten, filmten, tanzten mit. Und so begann die Party…

 

 

 

Über Kampala (eine letzte ugandische Partynacht), Entebbe, Abu Dhabi, München und Leipzig kam ich am 8. August wieder in Cottbus an.

Eine Menge Menschen haben mir bei den Verabschiedungen gesagt ich soll die Menschen in Deutschland grüßen: Also wärmste Grüße von vielen Tansaniern an euch!!!

Kwa heri! – Auf Wiedersehen!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s