Chakula kitamu!

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Am Morgen sitzen an jeder Ecke Mamas die Chai (Tee), Mandazi (Teigbällchen) und aus Reis hergestellte fettige ‚Brötchen‘, sowie Chapati (Eierkuchen herzhaft) und Samousa (Dreieck aus Blätterteig gefüllt mir Fleisch oder Gemüse) kochen und backen. Auf Holzbänken gesellen sich die Gäste dazu. Es wird viel geredet. Die Chapatis werden ohne Zucker herzhaft gegessen und machen sehr satt. Außerdem werden in jedem Laden süße Cakis angeboten.

 

 

Reis, Ugali, Pilau (Gewürzreis) und Matoke (Kochnananen) sind die Grundlage des Essens. Man ist hier chakula cha mchana (Essen am Nachmittag), also nach der Schule, Arbeit, ca. drei Uhr nachmittags und chakula cha jioni (Essen am Abend), was sehr spät sein kann, ca. neun Uhr und später. Ugali stellt man aus weißem Pulver, Maismehl, her. Zusammen mit Wasser und etwas Salz wird das Mehl in einen Topf gegeben und unter ständigem Rühren zu der schweren trockenen Teigmasse. Um Pilau zu kochen werden dem Reis einfach bestimmte Gewürze (u.a. Zimt und Nelken) hinzugefügt, sodass sich das Gericht braun verfärbt und geschmacklich eine Abwechslung von dem Reis ist. Kochbanane kann sehr unterschiedlich gekocht werden. Oft werden weiße Bohnen und grüne Tomaten mitgekocht.

 

 

Ein beliebter Snack sind frittierte Grashüpfer (Senene). In der Senene-Zeit in den Monaten August und September rupfen ganze Schulklassen auf ihren Schulbänken während der Schulzeit den zuvor gefangenen Tieren Fühler und Beinchen aus. Manchmal werden die Insekten in diesem Zustand verzehrt. Normalerweise frittiert man sie. Anschließend findet man in der ganzen Stadt Schachteln voll Senene. Abends und nachts sorgen riesige Scheinwerfer an bestimmten Orten in der Stadt dafür, dass die Insekten angeflogen kommen, gegen Wellblech stoßen und, durch diesen Zusammenprall unbeweglich, durch den Trichter in die Eimer fallen.

 

 

Fanta, Cola, 7Up, Mirinda, Pepsi, Mountain Dew, die Läden haben alles im Angebot. Zusätzlich läuft im Fernseher noch die aktuelle Coca-Cola Werbung. Für vierzig Cent bekommt man bis zu 500ml Softgetränk. Als Erfrischung an heißen Tagen sind diese Sodas sehr beliebt bei mir. Ein gängiger Gewinn bei Volleyballturnieren ist ein Kasten voll Soda. (Soda = Cola, Fanta,…) In Restaurants muss man sich zwischen Bier, Sodas oder nicht immer vorhandenen frischen Obstsaft entscheiden. Zu großen Feiern bekommt jeder zusätzlich zum Essen eine Cola oder Fanta.

 

 

Kasava und Karanga werden beim Chaiman verkauft. Wenn es dunkel geworden ist baut der Chee (Position in der Moschee, darf den muslimischen Glauben lehren) seinen Grill auf und zündet das Feuer an, womit er in einem großen Topf Tee kocht. Auf den Holzbänken lassen sich überwiegend Männer nieder, sie bestellen Tee und unterhalten sich. Der Tee ist nicht wie am Morgen mit Zucker und Milch verfeinert, sondern mit Ingwer gekocht und sehr scharf im Abgang, also perfekt gegen Erkältungen. Zusätzlich snackt man Erdnüsse und geröstete Kasava. Die Wurzel wird auch mit Salz oder gekocht gegessen. Überall in der Stadt gibt es Jungen, die in einem Glaskasten Nüsse lagern und sie auf der Straße an jeden der sie heranwinkt verkaufen. Eingewickelt in altes Zeitungspapier wechseln sie den Besitzer. Auf diese Weise verdienen viele Kinder Geld für die Familie oder für ihr weiterführende Schule. Ich habe einen Jungen, Sylvester, kennengelernt, der ein Jahr die Nüsse verkaufen möchte und anschließend von dem ersparten Geld seine Schulausbildung (High School: Klasse 11 und 12) bezahlen möchte.

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In eine Pfanne kippe man Öl, frittierte Pommes und Rührei hinüber. Von jeder Seite lasse man das „Pommes-Omlette“ eine Minute anbraten. Anschließend gebe man Salat und Tomatensoße darauf und ich bin glücklich. So fertigt man Chipsi mayai an. Wenn man keinen Reis mehr sehen kann, ist dieses Gericht die ungesunde Abwechslung und super lecker! Außerdem sind die Verkäufer meines Stamm-Chipsi-mayai Ladens spitze. Da kann man sich mal gut unterhalten. Übrigens wird das Gericht auch auf Busbahnhöfen warm und in Tüten durch die Fenster gereicht. Gegessen wird es dann mit der Hand oder mit Zahnstochern.

 

 

Ananas, Melone, Mango und Avocado, sowie Maracuja und Bananen erhält man frisch (je nach Jahreszeit) auf dem Markt oder an jedem Straßenstand. Verschiedene Läden bieten auch Obstsalate und frischen Saft an.

 

 

Gut zu Wissen:

Es wird nur mit der rechten Hand gegessen. Die linke Hand ist unrein und hat andere Aufgaben.

Essen teilen, von einem Teller essen ist ganz normal.

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Zurück in Deutschland werde ich so das ein oder andere Gericht vermissen. Allerdings freue ich mich auch wieder auf ausgewogenere Ernährung.

Chakula kitamu bedeutet leckeres Essen. 🙂

Genüssliche Grüße!

 

 

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