Let’s go to town

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Pünktlich fünf Uhr dreißig trafen Paul und ich in aller Frühe unseren bestellten Dala-Dala-Fahrer in der Stadt. Statt sechs Uhr mit allen Kindern loszufahren weckten wir die Wachmänner auf, welche wiederum eine Matron aus dem Schlaf rissen, die anschließend eilig zwischen den vier Schlafhäusern hin- und herrannte, um die Schüler der siebenten Klasse auf die Beine zu bringen.

Langsam trudelten auch die Day-School Kinder ein, die in der Umgebung der Schule wohnten. Außerdem konnten wir in der Wartezeit den Sonnenaufgang und den Monduntergang beobachten. Zusammen mit der Matron und zwanzig Schülern fuhren wir von der Schule aus durch die Stadt zum Flughafen von Bukoba. Dort mischten wir uns unter die Reisenden im Wartebereich. Gleichzeitig fuhr unser Transportmittel ein zweites mal zur Schule, um die zweite Gruppe abzuholen. Bis diese ankamen konnten wir schon die Menschen beobachten, welche in wenigen Minuten nach Mwanza oder Daressalam losfliegen wollten.

Als alle da waren lernten wir Aloni kennen. Er sollte für unseren Flughafenbesuch verantwortlich sein. In Zehnergruppen passierten wir den Sicherheitscheck. Alle mussten ihre Schuhe ausziehen, Gürtel entfernen und durch das Scan-Tor durchlaufen. Wir trafen uns auf der Landebahn wieder. Ein Fluglotse zählte auf was alles im Flugzeug transportiert werden kann. Zucker, Bananen, Passagiere…

Anschließend stellten wir uns in Position, um zwei Flugzeugen, welche jeden Morgen um neun Uhr kommen, bei der Landung zuzuschauen.  Die Flugzeuge kommen eigentlich über das Ufer des Victoriasees angflogen, drehen jedoch noch eine Runde über der Stadt und kommen schließlich über Bukoba an und rollen auf die Landebahn.

Mit Spannung sahen wir zu wer aus dem Flugzeug stieg. Einige Passagiere die an uns vorbeiliefen grüßten uns und freuten sich, dass den Kindern der Flughafenalltag erklärt wird. Ein Schüler kam zu mir und sagte mir: Cool, dass sie die Flugzeuge sehen könnten. Aber von innen sei es noch spannender. Das zweite kleinere Flugzeug kam etwas später an. Nachdem auch dort alle Reisenden ausgestiegen waren lotste uns Aloni zur Treppe der Precision-Air Maschine. Nacheinander stiegen wir ein, sodass sich die Sitze füllten. Während immer zwei Schüler in das Cockpit gehen durften und vom Piloten die Hebel und Knöpfe erklärt bekamen, lasen sich die sitzenden die Sicherheitshinweise durch oder rätselten welche Funktionen die über ihren Köpfen angebrachten Knöpfen innehatten. Beim Aussteigen wurde ein kleines Fotoshooting gemacht, da jeder ein Bild mit dem Flugzeug haben wollte.

Natürlich schauten wir uns noch den Abflug der beiden Maschinen an. Davor und danach erzählte der Flughafenmitarbeiter alles rund ums Rollfeld, Schnelligkeiten und beantwortete Fragen.  Aloni machte das wirklich hervorragend, er bezog die Schüler in seine Erzählungen mit ein.

Eine zehnminütige Dala-Fahrt führte uns zum Kaitaba-Stadion. Zu Beginn schauten wir uns ein Fußballspiel zwischen dem Mansipaa von Bukoba und der Afya-Mannschaft an. Nachdem die zweite Hälfte des Spiels vorbei war stürmten unsere Kinder auf den Kunstrasen und genossen es auf dem großen Spielfeld zu spielen.

Wer schon um sechs auf den Beinen war, an einer langen Führung teilgenommen hat und selbst noch sportlich aktiv war, bekommt Hunger. Dafür gingen wir zu Fuß vom Stadion zum Strand in ein Lokal namens Kiroyera.

Noch bevor es Essen gab sprangen die Jungen und Mädchen fröhlich ins Wasser. Dabei ließen alle ihre Sachen an. Paul und ich hatten gar nicht damit gerechnet, dass sie baden gehen möchten. Allerdings wohnen sie weit entfernt vom Victoriasee auf einem Hügel mit dem Blick darauf. Unter der Woche gehen sie bis zum Nachmittag zur Schule und am Wochenende helfen sie zu Hause mit. Also nutzten sie diese Gelegenheit zum Baden aus.

Mit nassen Sachen schlemmten die Kinder ihren Reis mit Bohnen, Fleisch und Gemüse, sowie eine Soda. Gleich danach rannten sie wieder ins Wasser oder schaukelten. Besonders schön fand ich, dass auch die sehbehinderten Kinder mitspielen konnten. Sie tasteten die Treppe ab, stiegen hinauf und konnten  die Rutsche hinuntersausen. Anschließend führte sie das Geländer wieder zur Treppe.

In der prallen Hitze liefen wir den Strand entlang weiter zu unser letzten Station, dem Hafen. Trotzdem kein Schiff angelegt hatte beobachteten wir wie ein kleines Passagierboot ablegte und zur Insel, die vor Bukoba gelegen ist, aufbrach. Im Hafenbecken entdeckten wir einen Waran, der versuchte an Land zu kommen. Nachdem alle Fragen gefragt und alle Ecken gesehen waren beendeten wir unseren Ausflug und fuhren in zwei Runden zurück zur Schule.

Der gesamte Ausflug konnte mit Hilfe der Spendengelder meines Mitfreiwilligen Paul finanziert werden. Herzlichen Dank dafür. Wir hatten alle viel Spaß!

Beste Grüße

Esther

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