It’s Tanzania II

 

 

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Wer meine Beiträge schon aufmerksam gelesen hat, wird sich unter einem Dala-Dala etwas vorstellen können. Diese Personentransporter sind nicht nur bis in jede Ecke mit Sitzplätzen versehen, um die größte mögliche Menge an Menschen unterbringen zu können, sondern auch von außerhalb strahlen einen neben der weißen Farbe lustige Bilder und Aufschriften an.

 

Ob groß, ob klein, ob jung oder alt, jeder trägt Sportshirts. Zu finden sind Hemden von Arsenal, Manchester,  Chelsea, Bayern, Dortmund, Schalke. Die deutsche Liga wird neben der englischen sehr gerne in den vielen Pubs geschaut. Händler, Piki-Piki-Fahrer, Kellner, die Shirts sind überall zu finden und ersetzen die teilweise nicht vorgeschriebene Arbeitskleidung.

Vor jeder Mahlzeit wäscht man sich die Hände. Aus großen Plastikeimern, die überall wo es Essen gibt zu finden sind, fließt das Wasser. Je nach Restaurant kommt der Kellner jedoch mit eine großen Plastikschale und einer Kanne zum Tisch und gießt jedem Gast Wasser über die Hände, welches in die große Schüssel fließt – jeweils vor und nach dem Essen.

Im Haus haben Mann und Frau unterschiedliche Stellungen. Während der Mann sich zu den Gästen nimmt die Frau die Jacke ab und setzt sich erst zum Gast, wenn sie diesem einen Tee oder eine Soda gebracht hat. Bei dem Besuch bei einem Freund saßen wir beide auf dem Sofa. Die Schwester meines Freundes hat uns etwas zu Trinken gebracht, danach einem weiteren Gast der gerade zu Besuch war Zucker gereicht, bevor sie sich zu uns setzte. Gleichzeitig hat die Mutter in der Küche gekocht. Als der Mann nach Hause kam gesellte er sich zu uns. In einem abgelegenen Dorf (kijijini kabisa = richtiges Dorf) hat sich jedes Kind, welches in den Raum trat hingekniet und jedem Besucher (wir waren zu dritt) mit wie beim Klatschen geschlossenen Händen zugenickt und sich leicht vor uns verbeugt.  Außerdem müssen  jüngere Geschwister ihre deutlich älteren Brüder und Schwestern mit ‚Shikamoo‘ (= Ich knie vor dir nieder. – Die Antwort dazu lautet: Maharaba = Mach weiter mit der Arbeit.) grüßen.

‚Karibu chakula‘ heißt übersetzt: ‚Willkommen zum Essen‘. Schon auf mehreren Busfahrten saß ich vor, neben oder hinter Menschen, die mir etwas zu Essen anboten, zum Beispiel Nüsse, Bananen, Brot… Natürlich nur, weil es unhöflich wäre solch ein Angebot nicht anzunehmen, nahm ich eine Portion der mir angebotenen Ware. Die Tansanier empfinden es wirklich als schlechte Manier eine Esseneinladung (sei sie noch so klein) nicht anzunehmen. Anders ist das ‚Karibu chakula‘ gemeint, was man manchmal hört, wenn man nur neben einem Tisch steht, an welchem jemand gerade isst. Zwar macht die Person mit der Hand eine einladende Bewegung in Richtung Teller, jedoch habe ich nie jemanden gesehen, der sich so willkommen fühlte, dass er oder sie mitaß.

Nach der Primary School (7 Schuljahre) geht man in Tansania in die Secondary School (Form 1 bis Form 4). Diese elf Jahre Bildung sind in Tansania kostenlos. Für die High School (Form 5 und 6) muss man Geld bezahlen. Aus diesem Grund habe ich schon eine Menge junge Leute in meinem Alter kennengelernt, die gerade arbeiten, um sich die letzen beiden Schuljahre finanzieren zu können. Edina kommt aus Morongoro (Festland Tansania) und hilft in einer Lodge auf Sansibar aus, wo sie das ‚Mädchen für alles‘ ist. Mach ist neunzehn und arbeitet in dem Chipsi Mayai Stand seines Onkels, um bald Form 5 anfangen zu können. Eventuell möchte er ein Jahr zum Militär  gehen, um auch dort Geld zu verdienen. Sylvester treffe ich oft in der Stadt in Bukoba. Er verkauft geröstete Nüsse und läuft mit seinem Eimer den ganzen Tag durch die Stadt, um seine Ware loszuwerden.

Ganz üblich in Tansania sind Boarding Schools. Diese liegen meist außerhalb der Stadt, sehr verlassen und abseits der Stadt und Wohnhäusern. Die Kinder gehen teilweise schon in der Primary School ins Internat. Besonders ist, dass man seine Kinder nicht jederzeit besuchen kann. Es gibt bestimmt Besuchertage, zwei mal im Jahr. Außerdem fahren die Schüler der Klassen vier und sieben in den Ferien nicht nach Hause, weil sie auf die Abschlussprüfungen vorbereitet werden. Handys sind in der Schule nicht erlaubt.

Alle Schulkinder an gouvernment schools (und auch die meisten Privatschüler) müssen ihre Haare kurz rasiert tragen. Das gilt für Jungen und Mädchen gleichermaßen. Kommt man mit zu langen Haaren zur Schule kann es Schläge geben. Außerdem tragen die Kinder Schulkleidung, die jedoch oft durch das Spielen oder die Abnutzung (second-hand, von älteren Geschwistern) zerrissen ist.

 

Um zu heiraten muss der Mann nach dem Kennenlernen die Eltern der Braut um Heiratserlaubnis fragen. Oft helfen Mitglieder der Familie oder Freunde der Familie einer Frau einen passenden Mann zu finden. Auch mir wurde schon angeboten Brüder oder Kinder von Bekannten zu heiraten. Außerdem zahlt die Familie des Mannes mit Rindern für die Braut, die dann an die Familie der Frau gegeben werden.

Wer Geld gibt der empfängt legt oft respektvoll die linke Hand an den rechten Ellenbogen. So befindet sich der linke Arm vor dem eigenen Körper. Diese Geste zeigt den Respekt vor dem Geld und/oder der gegenüber stehenden Person. Vor allem Kinder benutzen diese Geste, wenn sie Geld, Süßigkeiten bekommen oder einer älteren Person etwas reichen (sei es nur ein Lineal oder Radiergummi).

Da es nur für die größten Straßen in der Stadtmitte Straßennamen gibt, ist es manchmal schwer sich zu orientieren. Man spricht dann über Shops oder Kirchen oder andere markante Gebäude, die der Orientierung helfen. Daraus resultiert auch, dass es keine Hausnummern gibt. Postkarten, Briefe und Pakete werden an Post Office Boxen (P.O. Box) geschickt und müssen im Postgebäude abgeholt werden.

 

 

Wenn es Fragen zu den oben genannten Punkten oder anderen Themen gibt, gerne in die Kommentare schreiben. Ich versuche zu antworten. 😉

Beste Grüße

Esther

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