Ein Netz, ein Ball, ein Team

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Ein Ball, zwei Teams, vier lange Äste. Das Feld ist riesengroß, die Markierungen an der Außenseite leicht zu übersehen. 22 Spieler. Oft mehr. Alle möchten mitspielen. Mit oder ohne (Sport-) schuhen laufen die Kinder über den kniehohen Rasen, die unebene Erde. Ein Trampelpfad schlängelt sich durch das Spielfeld. Standard.

Imani und ich hatten eine Abmachung. Er solle zwei Baumstämme aus dem Wald holen. Ich soll ein Netz mitbringen. Mit dem Namen eines Sportgeschäftes im Gepäck möchte ich einen Ball besorgen. Wir verabredeten uns für Samstag.

Gemeinsam mit den Patrons Nelson alias Raumplaner und Godwin alias Chef des beauftragten Raumplaners fanden wir auf dem Fußballfeld des Tumaini Centers eine Stelle wo ein weiteres Spielfeld nicht störte. Statt auf dem alten Feld an den Jungs-Schlafräumen sollte die neue Fläche in der Nähe des Haupthauses sein, schnell erreichbar. Also genau dort wo das Fußballfeld ist. Das Ballspiel ist enorm populär in Tansania. Jeder spielt immer und überall Fußball. In der Schule, bei der Arbeit, vor der Tankstelle, am Strand, beim Nachbarn, auf dem Feld, vor dem Shop… Mit vier Pfosten (je nach Vorhandensein Äste, Schuhe, leere Flaschen, Rucksäcke), einem Ball (je nach Vorhandensein aus Leder, alten Plastiktüten, Gummi, leeren Flaschen) und ein paar motivierten Spielern (alle Jungs und Männer sind immer bereit zu spielen) kann man das Match auch schnell beginnen. Aber es ist auch immer das gleiche. So fing es bei mir an zu rattern, als Imani mir von dem alten Volleyballfeld erzählte, es zeigte. Ein altes Volleyballnetz fand ich in unserem Haus. Der Ball wurde vom Bukoba Volleyball Club (BVC), wo ich selbst mitspiele, gesponsert.

Als ich am Samstag ins Center kam, bastelte Imani schon fleißig an den Pfosten. Einer lag noch, einer stand schon. Mit einer Schippe wurde ein Loch gebuddelt. Imani stocherte mit der Schippe in die Erde, John holte das lose Material aus dem Loch. Neben dem Holzpfosten steckten wir Steine und Stöcke zur Stabilität in das Loch.

Nebenan wärmten sich einige neugierige Volleyballspieler schon auf.  Das Netz wurde mit einigem ziehen und zerren aufgespannt. Dafür hatte Imani kleine Metallringe in den Baumstamm gehämmert. Ein robuster Holzklotz dient als Hammer. Eine Seitenlinie wird in den nächsten Tagen gezeichnet werden. Erst mal sollten Netz und Ball auf die Probe gestellt werden. Die ersten Angaben fliegen über das Netz, die ersten Schmetterbälle landen im Netz, die ersten Bälle nahe der Seitenauslinie sorgen für Diskussionen.

Seit diesem Wochenendtag wird auf dem Feld fleißig trainiert. Sind Netz und Ball rausgegeben, mischen sich groß und klein in die Mannschaften. So kann parallel zum Fußball auch Volleyball (zur Abwechslung) gespielt werden.

Sportliche Grüße,

Esther.

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