Rwanda – Land der tausend Hügel

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Man kann nicht sagen ich hätte das ganze Land gesehen. Jedoch habe ich zwei lange Busfahrten vom Süden bis zur Hauptstadt des Landes, Kigali, und von dort in den Osten Ruandas unternommen. Mit dabei waren Paul, Lukas und Valentin – meine WG.

Schon die letzten Kilometer vor der Grenze in Lusoma veränderte sich die Landschaft, die ich aus dem Dalafenster, eingequetscht zwischen einer korpulenten Mama, zwei drahtigen Männern und meiner dicken Tasche auf dem Schoß, erblickte. Rechts und links formten sich Hügel, die oben kegelförmig zusammentrafen. Nach einem für uns ungünstigen Geldumtausch fuhr uns ein Taxi über die Grenze. Schwungvoll lenkte der Autofahrer das Fahrzeug um die Kurve, die die Gegenfahrbahn kreuzte. Ab jetzt hieß es Rechtsverkehr!

 

Nach einer Taschenkontrolle, da in dem Land keine Plastiktüten erlaubt sind, stiegen wir in einen schicken weißen Kleinbus, der einem Platz zum Sitzen ließ. Ein erster Stop deutete erneut auf das Verbot der plastischen Verpackungen hin. Orangen und Mangos wurden in Papiertüten durch das Busfenster gereicht. Auf glatten geteerten Straßen mit einem gefühlt dreimal schnelleren Tempo als in tansanischen Bussen fuhren wir in die Hauptstadt Kigali ein. Unsere Unterkunft bezogen wir im Haus bekannter Freiwilliger. Jedoch luden uns wieder andere Volunteers vorher in ihr Haus, gleich neben den schicksten und teuersten Hotels der Stadt, ein, was uns für einen kurzen Moment träumen ließ dort doch eine Nacht zu verbringen. Als Begrüßung gab es HotDogs mit französischem Baguette und deutschen Bratwürsten aus der deutschen Fleischerei, einen Katzensprung entfernt.

Vor der Reise unterhielt ich mich mit Elia. Er hätte uns gerne begleitet und seine Familie besucht, denn er hat ruandische Wurzeln. Leider passte es zeitlich nicht, sodass wir ohne ihn in sein Heimatland reisen mussten. Zuvor berichtete er mir von den Gründen der Flucht seiner Familie auf Grund des Genozids. In einem Museum in Kigali konnte ich mir ein Bild der Hintergründe, Ideen, Ursachen und Folgen des Völkermords von 1994 machen, was ich jedem Kigalibesucher empfehle. Bei dem Genozid starben rund 800.000 Tutsi (Minderheit der ruandischen Bevölkerung), eine Flüchtlingswelle brachte Menschen in die Nachbarländer, weshalb ich schon einiger Tansanier mit Großeltern in Ruanda kennengelernt habe.

Geldwechsel, Straßenlaternen, Papiertüten, gut befahrbare Straßen, Helmpflicht auf den Motorrädern… insgesamt scheint mir Ruanda ziemlich weit entwickelt zu sein. Gerade in der Hauptstadt ließen wir uns auf diesen Luxus ein, der seinen Höhepunkt im Kino und einer Rooftopbar des höchsten Hotelgebäudes fand. Kigali ist natürlich die Hauptstadt und somit die Vorzeigestadt des Landes. Woanders sieht die Entwicklung anders aus, weshalb die Kindersterblichkeit trotzdem bei 41,7 % liegt und der Anteil der Menschen in extremer Armut 60,43 % beträgt. (http://www.bmz.de/de/laender_regionen/subsahara/ruanda/index.html )

 

 

 

 

 

Mit einem komfortablen Bus fuhren wir fünfzehn Minuten zum Orino-Market. Es gab Stoffe, Essen und technische Geräte zu kaufen. Der Markt war sauber und gut strukturiert. Anschließend an den Rundgang setzten wir uns in ein Restaurant, wo es Local Food gab. Das bedeutet es gibt ein Buffet, man bezahlt ein mal 1.200 Rwanda France und darf sich einen Teller voll packen. Dieser ist dann mit Pommes, Matoke (Kochbanane), Rindfleisch, Nudeln, einer weißen gekochten Wurzel gefüllt. Dazu bestellte ich eine Fanta Citron (gibt es in Tansania leider nicht). Neben dem typischen Essen ließen wir es uns auch beim Inder und mit Burgern gutgehen.

 
Nach vier Nächten in Kigali brachen wir eines morgens in den Osten des Landes auf. Sehr kurvig schlängelte sich die Straße durch die Berge nach Kibuye. Die Aussicht ist unbeschreiblich schön! Es ist überall grün, es wechseln sich hellgrüne Bananenbäume und dunkelgrüne Laubblätter ab. Man sieht, dass Ruanda das am dichtesten besiedelte Land des afrikanischen Kontinetes ist, überall stehen Häuser auf den Hügeln, neben der Straße. Hier hat das Land der tausend Hügel seinen Namen bekommen. Die Hänge sind in viele Felder geteilt. Alle Seiten werden für die Landwirtschaft genutzt. Neben Bananenbäumen sieht man Teefelder, Kartoffelpflanzen, Maisfelder.

Noch besser gefiel mir der Ausblick von unserem Hotel Saint Jean in Kibuye am Lake Kivu. Von der Terasse aus sah ich wie sich der See zwischen den grün bewachsenen Hügeln hindurchschlengelt. Dort hätte ich mit Früchten und einem guten Buch den ganzen Tag sitzen können. Jedoch brachen wir auf, um mit dem Boot an ein Tour über den See zu machen. Natürlich konnten wir nicht an allen Ufern stoppen, aber ich habe den Kongo gesehen, da in der Ferne die Berge des Nachbalandes von Ruanda zu sehen sind. Außerdem betraten wir eine Affeninsel, wo wir einem Tier Bananen überreichten und auf der Fledermausinsel tausender der Flugtiere aufscheuchten, wobei die folgenden Bilder entstanden.

 

 

 

 

Der Ruandaausflug hat mir total gut gefallen. Die Landschaft hat es mir angetan. Ich werde sicherlich wiederkommen.

Eure Esther.

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