Erdbeben


Am 10.9.2016 bebte die Erde in Bukoba. Zusammen mit Paul, Lukas und zwei befreundeten Freiwilligen befand ich mich glücklicherweise gerade unter freiem Himmel, am Rande eines Fußballfeldes wo unsere Jungs in 30 Minuten zu einem Spiel antreten wollten. Plötzlich wackelte der Boden und wir hörten hinter uns einen großen Knall. Beim Umdrehen war eine riesige Staubwolke zu sehen. Um uns herum rannten alle los, weg von dieser Erscheinung. Auch wir rannten, nachdem wir das sahen, aus Reflex los. Ich dachte es wäre eine Bombe die dort hinter mir einschlug. Also fing ich auch an zu rennen. Die Jungs, meine Mitfreiwilligen liefen neben mir. Auf der anderen Seite des Platzes angekommen stellte ich fest, dass auch aus allen Ecken Menschen auf den Platz gestürmt waren. Dann bebte es wieder und mir wurde klar, dass es sich um ein Erdbeben handelte. Auf den umliegenden Bergen sahen wir überall Stellen wo es rauchte, Steine sind heruntergefallen und haben den Sand aufgewirbelt. Wir alle waren sicher. Auch Mutas Haus, welches neben dem Platz war, blieb stehen. An einigen Stellen sahen wir die ersten eingestürzten Häuser. Trotzdem fing das Spiel dreißig Minuten später an. In der Zeit kamen Khamis, Valentin und Elia, die zur Zeit des Bebens in einer Bar waren, um uns mitzuteilen das alles gut war. Von ihnen erfuhren wir auch, dass es Tote gab und die Krankenhäuser überfüllt seien. Unser Haus stand noch, nur ein Spiegel war gesprungen. Bis zum Abend des nächsten Tages blieb der Strom aus. Bis in die Nacht hinein saßen wir abends beim Lagerfeuer, da wir uns aus Angst vor einem Nachbeben noch nicht schlafen legen wollten. Erst am nächsten Tag erfuhr ich die Todeszahl von zwanzig Leuten. Zweihundert Häuser sind zerstört. Nach einem Besuch an der Mugeza Mseto erfuhren wir, dass die Kinder im Freien schlafen, da Risse in den Schlafräumen für Angst vor dem Einstürzen sorgen. In den nächsten Tagen stehen also Aufräumarbeiten an. Am Tag danach kam ein tansanischer Minister nach Bukoba, um bei einer Gedenkfeier für das stärkste Erdbeben in der Region (5,7) teilzunehmen. Dafür wurde die Polizeipräsens an dem Tag erhöht. Allen Menschen, die wir bis jetzt kennengelernt haben geht es gut. Und auch das Leben geht bei den meisten wie gewohnt weiter.

Eingestürzte Schule. Quelle: Daily News TZ
Quelle: Daily News TZ

Eure Esther.

Bildquelle (4,5): Daily News TZ

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