Fiesta Festival


Ein VW-Bus, 4 Sitzbänke und 22 Menschen – der kleine Trip nach Muleba beginnt. Es ist schon dunkel als Lukas, Paul und ich vom Fußballspiel der befreundeten Jungs Juma und Jamali kommen. Auf dem gar nicht so großen aber sehr vollen Busbahnhof hielten wir nach Khamis, Valentin und dem richtigen Dala-Dala Ausschau. Von rechts und links, vorne und hinten sprachen uns Ticketverkäufer an, um uns in ihre Busse zu lotsen. Bei dem unseren angkommen, gesellte ich mich neben zwei weitere Passagiere auf die letzte Bank. Zu unserer Überraschung sollte sich dann auch noch Lukas zwischen uns quetschen. So blieb es aussichtslos in den nächsten einhundertachzig Minuten zu schlafen. Während kurzer Stops wurden neue Passagiere eingesammelt oder Mitfahrer an ihrem Zielort hinaus gelassen. Da es schon dunkel war konnte ich leider nicht viel von der Landschaft sehen. 

In Muleba angekommen stiegen wir auf die Pikis, welche uns zum Festivalgelände fuhren. Das Fiesta Festival ist in der Region um Bukoba sehr bekannt und beliebt. Es waren hauptsächlich Hip-Hop-Acts geladen. Nach einer langen Anmoderation gings los. Es traten verschiedene Sänger nacheinander auf. Die Lautsprecher waren für meinen Geschmack viel zu laut aufgedreht. Ich war überrascht wie ähnlich der Verluaf zu einem deutschen Ein-Tag-Festival war. Im hinteren Bereich wurden Reis mit Fleisch, frittierte Teigbällchen, Fleischspieße, Popcorni und Getränke verkauft. Wer auf der Bühne nichts erkannte, konnte einen Blick auf den großen Bildschirm werfen, um die Sänger plus Tänzer perfomen zu sehen. Das Tanzen war für mich beeindruckender als der Gesang: da spielen die Muskeln, bei den Frauen liegt der Fokus auf dem Hinterteil, es werden Saltos und FlikFlaks aus dem Stand gemacht – es wird einfach leidenschaftlich gern getanzt. Auch im Zuschauerraum bewegten sich viele zum Rhythmus der Musik. 

Noch vor dem Ende, aber total erschöpft ging es mit dem Piki zu Freunden von Khamis nach Hause, wo wir für die Nacht unterkommen sollte. Mit Hilfe des Lichtes von Taschenlampen legten wir einen Raum mit Matratzen aus und schliefen ein. Am Morgen lud uns die Gastgeberin zu einem Frühstück, bestehend aus Toast, einem Brei aus Kartoffeln, Kochbananen, Minifischen (dagaa) ein. Mit gestärktem Magen führte uns der Gastgeber durch den Stadtteil zum Busbahnhof zurück. Wir sahen die mit Bananenbäumen umrundeten Häuser der Menschen, viele saßen draußen, redeten oder kochten, Kinder winkten, riefen ‚Mzungu‘, ‚Good morning‘ oder ‚How are you‘ (die einzigen Sätze die sie auf Englisch können).

Statt dem Dala-Dala entschieden wir uns auf dem Rückweg nach Bukoba mit dem Taxi zu fahren. (Ist genauso teuer und erschien uns komfortabler.) Mit vier Leuten auf der Rückbank des PKWs saßen wir dann doch etwas unbequem, aber für die Strecke konnte man das aushalten. Große Augen bekamen wir als plötzlich zwei Leute auf der Fahrerseite einstiegen und sich den Sitz teilten. Trotz dem sind wir wieder gut zu Hause angekommen.

Grüße an euch,

Esther.

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