Karibu!

Karibu! Nach einer langen Anreise (6 Stunden mit dem Auto: Cottbus – Frankfurt a.M., 7 Stunden mit dem Flugzeug: Frankfurt a.M. – Abu Dhabi, 6 Stunden mit dem Flugzeug: Abu Dhabi – Entebbe (Uganda), 6 Stunden mit dem Bus: Kampalla – Bukoba (Tansania)) bin ich in meinem neuen Wohnort angekommen.

In Kampalla verbrachten 8 Ugandafreiwillige und 4 Tansaniafreiwillige die Nacht in einem Guesthouse, bevor Paul, Lukas, Valentin und ich uns von den anderen trennten. Trotz einiger holpriger Straßen fand ich die Busfahrt überraschend angenehm, was neben der ungewohnten Landschaft um uns herum auch an der Unterhaltung durch einen Verkäufer lag, der neben Produkttests seine 3-stündige Tätigkeit zusätzlich durch Acapellagesang untermalte.

Die ersten Tage vergingen wie im Fluge. Wir waren immer unterwegs. Die Freiwilligen die vor uns in Bukoba tätig waren zeigten uns die Schulen, besuchten mit uns die besten Restaurants und Shops und gaben hilfreiche Tips. (Nochmals danke, Luzie, Timon, Lisa und Fabian!) Auch ein Marktbesuch stand an. Dabei ist ein tansanischer Markt, verglichen mit einem deutschen, viel voller, lauter und enger. Es gibt leckere Früchte, Fleisch, Mehl, Bohnen, Gemüse, Schuhe und Kleidung. Überall begegnen uns die Menschen gastfreundlich und offen. Da Begrüßungen sehr wichtig sind, kann man den Tansaniern mit einigen der vielen möglichen (und zum Teil auch ewig langen) Wörtern schnell ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Während vormittags Besuche in den Büros der Schulen stattgefunden haben, um mit dem Headmaster den Unterricht abzustimmen, sind wir abends am Strand vom Victoriasee trainieren. Es gibt ca. 3 Felder auf denen Fußball gespielt wird. Diese Plätze sind jeden Tag mit verschiedenen Mannschaften belegt. Ich habe mich den Volleyballern angeschloßen und wurde herzlich aufgenommen. Dabei kann man bei der Spielstandansage gut die Zahlen in Swahili lernen. Gespielt wird bis zum Einbruch der Dunkelheit, wenn der Ball nicht mehr zu sehen ist.

Danach sind wir immer essen gegangen (Reis, Ugali, Chipsi mayai (Pommes und Ei), Pilau, Hühnchen, …) und trafen uns in unserem Haus, um mit Khamisi, unserem einheimischen Freund und Mentor die Sprache zu lernen. Je nach Müdigkeitszustand gehen anschließend 2 von uns mit ihm Piki (Motorrad, das gängige Fortbewegungsmittel) fahren, um für den Führerschein zu üben.

Paul und ich werden am Montag anfangen in einer (Tumaini School) unserer 2 Projektschulen zu unterrichten. Ich bin schon sehr gespannt, wie wir den Unterricht von 3 Klassen in einem Raum geregelt bekommen. Dabei helfen uns die 2 Lehrer Andrew und Elia. Insgesamt gilt: Pole Pole (=langsam), wir sollen uns also langsam an die Aufgaben herantasten. Pole Pole gilt auch für die Treffen mit verschiedenen Leuten, zu denen Paul und schon oft pünktlich gekommen sind, dann aber immer noch ein ganz paar Minuten warten mussten. An diese ‚African Time‘ gewöhnt man sich schnell.

Abends haben wir immer die Möglichkeit Juma und Jamal (2 ehemige Straßenkinder) zu besuchen. Die beiden ehemaligen Straßenkinder sind super witzig und teilen sich einen Raum zum Wohnen. Bis jetzt waren wir erst ein mal bei ihnen. Dafür haben wir uns aber ein Spiel von deren Fußballmannschaft angeguckt. Dass die beiden mal früh mit lauter Musik und einem Update zu ihren Spielen bei uns zu Hause vorbeischauen, sorgt für etwas frischen Wind bei uns im Haus. Denn die Jungs sind sehr aktiv und immer für einen Scherz zu haben. Gerade weil die Sprache noch für Hindernisse sorgt, helfen sie uns beim Lernen, da auch sie sich gerne mit uns unterhalten möchten.

Auf dem Weg zum Strand haben schon Kinder, die mich erst ein mal in der Schule gesehen hatten, meinen Namen gerufen. Es bildete sich eine Traube von Kindern die mit uns rannten und zu den Spielfeldern begleiteten. Das war so niedlich! Paul und Vallentin haben dann spontan Sport mit ihnen gemacht.

Auch meine erste (tansanische) Hochzeit durfte ich schon erleben. Ein Freund eines Bekannten von Khamis, dessen Schwagers Cousin heiratete und hatte uns eingeladen. Das wir auch schon (typisch afrikanisch) 30 Minuten zu spät kamen (wir leben uns also ein) störte niemanden, wir waren nicht die letzten. In der Kirche sang ein Chor rhythmische Songs auf ein Drum-Playback, dazu wurden die Hüften bewegt. Der Gesang machte den langen Gottesdienst auf jeden Fall aushaltbarer. Nach der Kirche wurden wir Mzungos als erstes zu einem Foto mit dem Brautpaar gebeten, was deutlich die Stellung des ‚Weißen‘ zeigt. Leider fehlte nach dem Gottesdienst eine Kamera von uns, was die Stimmung drückte.

Abends ging es dann zur richtigen Party. Das markanteste Merkmal war die laute Musik, welche ein Gespräch unmöglich machte. Anders als für mich gewohnt, wird während der Hochzeit schon viel getanzt (beim Gang zur Bühne, auf die Toilette und selbst im Sitzen kreisen die Hüften). Dafür muss eine solche Feier laut Gesetz schon um 12 Uhr nachts beendet werden, eine Disco danach blieb also aus.

Die erste Woche ist überstanden und die Eindrücke sind durchaus positiv.

Badai! (Bis später) 🙂

P.S.: Sorry, für das späte Lebenszeichen, ich hatte technische Probleme und, wie beschrieben, eine Menge zu tun.

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